Mit dem Regionalzug zur Piste zu fahren ist für uns etwas nicht so alltägliches. Zwar könnte man in guten Wintern auch in der Region Basel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln in Richtung Jurahügel düsen. Aber die Art und Weise wie der Kronplatz bei Bruneck an den ÖV angeschlossen ist, gibt es in der Schweiz nicht überall. Wir starten morgens mit dem Auto in Sexten und fahren kurz die paar Kilometer runter nach Vierschach. Dort wurden vor einigen Jahren Regionalbahn und Gondel miteinander verbunden.
Der Regionalzug bringt uns in rund 40 Minuten nach Ried am Fusse des Kronplatz. Von der Eisenbahn zur Gondel sind es keine 20 Meter und so geht es ebenerdig in die Gipfelbahn, die uns über etliche Kilometer auf den Kronplatzgipfel bringt.

Kronplatz… eigentlich eine Art Halbkugel, die da vor Bruneck thront und von praktisch allen Seiten durch Lifte erschlossen wurde. Das Plateau oben bietet eine 360° Rundumsicht vom Pustertal über die Marmolada bis fast nach Franzensfeste. Der ganze obere Teil ist eigentlich ein riesengrosser Pistenteppich. Hier gibt es fast keine Abschrankungen. Man kann praktisch überall einfach laufenlassen. Das macht einerseits ganz schön Spass, zieht andererseits aber auch Unmengen von Idioten an, die auf ihren Skis mehr Passagier denn Pilot sind.

Die Perlen am Kronplatz sind aber die zahlreichen langen Talabfahrten. Ohne grosse Mühe kommt man in kurzer Zeit auf 1’000 Höhenmeter pro Abfahrt – das schenkt ein und lässt die Milchsäure in die Beine schiessen. Highlight ist natürlich die „Silvester“ in Richtung Bruneck runter. Komplett beschneit, praktisch durchgehend steil und immer wieder überraschend zieht sie uns in ihren Bann. Am Ende fahren wir gleich vier Mal vom Gipfel runter ins Tal, wenn auch mit einer kurzen Pause zur Mittagszeit.
Das Wetter schlägt dann doch früher um als erwartet. Bereits kurz nach dem Mittagessen ziehen Wind und Wolken auf und so entscheiden wir uns dann schon recht früh zum Zug zurückzufahren. Daheim in Sexten warten schliesslich Whirlpool und Nachmittagsjause 😉