Manchmal hat man das Glück, am andern Ende der Schweiz zu arbeiten. Und dann noch mitten im Skigebiet 😉
Seit einigen Jahren engagiert sich einer unserer Brands am Engadin Skimarathon der jeweils am zweiten Sonntag im März stattfindet. Die Koordination des ganzen Events erfordert natürlich persönliche Anwesenheit, was auch eine äusserst willkommene Abwechslung zum Büroalltag darstellt. Also am Mittwoch vor dem Event ins Engadin gefahren, Hotel bezogen und unseren Biergarten im Marathon Village aufgestellt. Donnerstag und Freitag stehen dann im Zeichen der Arbeit und die Vorfreude auf den Samstag steigt schon.

Wir parken unser Auto direkt hinter dem Marathon Village in St. Moritz und fahren mit dem Bus weiter nach Silvaplana. Am Samstag steht der Corvatsch auf dem Programm und so geht es mit der grossen Gondel direkt hoch bis auf 3’300m. Das Wetter ist etwas wechselhaft und recht windig – also als erstes ganz hoch, damit dieser Punkt abgehakt ist. Aufgrund von Wolken und Nebel ist die Aussicht ganz oben miserabel. Der Schnee auf den beiden Gletscherpisten ist aber gewaltig und so geniessen wir die Abfahrt vorbei an der Surlej Hütte… ein schön kupierter, mittelbreiter Weg leicht abseits vom Rest des Gebiets ist genau das, was wir jetzt brauchen.
Danach gehts rüber in Richtung Furtschellas und gleich runter ins Tal bis nach Sils Maria. War das Skigebiet drüben auf der Corvatsch-Seite schon leer sind wir hier auf Furtschellas praktisch allein. Die meisten Wintersportler sind wohl wegen des Skimarathons hier und bereiten sich auf das Rennen vor. Hier oberhalb von Sils Maria hat man einen wunderbaren Blick auf den ersten Teil der 42km langen Loipe. Wie eine Schlange windet sie sich am vom Silsersee kommend um das Dörfchen Sils herum und führt weiter in Richtung Silvaplana.
Wir lassen die Schlange liegen und begeben uns wieder zurück in Richtung Corvatsch. Nach einem dürftigen Mittagessen auf dem Gipfel folgt noch die obligate Abfahrt über die Hahnenseepiste zurück nach St. Moritz. Sicher eine der schönsten Talabfahrten, die die Schweiz zu bieten hat. So muss das!

Am Sonntag zieht es uns in Richtung Signalbahn und von dort hoch auf die Corviglia. Die Stille im Tal ist fast schon gespenstisch – alles wartet auf die Ankunft der ersten Marathonläufer. So geniessen wir die ersten Abfahrten in der Sonne während sich zwei Dinge mit Getöse ankündigen. Zum einen die Marathonschlange drunten im Tal. Zum andern eine Schlechtwetterfront mit Wind und Schneefall vom Julierpass her. Solange das Licht noch gut ist entscheiden wir uns, hoch auf den Piz Nair zu fahren… leider doch bisschen zu spät, denn als wir oben ankommen sehen wir gar nichts mehr. Das Wetter hat doch schneller umgeschlagen als gedacht. Die Sonne versucht mit aller Kraft dagegen zu halten, so dass am Lej da la Pêsch ein wunderbar diffuses Licht die Pisten beleuchtet. Schon wenig später an der Fuorcla Grischa Bahn kämpfen wir uns wieder durch den Tiefschnee und tasten uns mit den Knien den Hang runter.

Zusammenfassend zwei tolle Tage in einem hübschen Skigebiet. Was das Preis-Leistungsverhältnis betrifft allerdings fernab der Vernunft. „Top of the World“ gilt wohl auch für das Preisniveau – da fahren wir lieber wieder nach Zermatt. Ist vielleicht weniger mondän, dafür mehr Porno.